Schon als Vierjährige lauschte ich am Küchentisch gespannt den Geschichten meiner drei großen Geschwister, die begeistert von ihrer Projektwoche erzählten. Jetzt bin ich so alt wie sie damals und auch die Tradition der Projektwoche hat sich bis heute gehalten. Die aktuellste fand vom 26.09.2019 bis zum 02.10.2019, direkt vor den Herbstferien, am Marie-Curie-Gymnasium statt. Schon vor den Sommerferien hatten sich alle Schülerinnen und Schüler der Schule für drei Projekte bewerben müssen in der Hoffnung, dass sie in einem von ihnen angenommen werden würden, was bei den meisten Schülern auch der Fall gewesen war. Es gab eine Vielfalt an Projekten, sodass so gut wie jede Interessengruppe vertreten war. Wer Sport mochte, konnte sich beim Volleyball bewerben, für Tierliebhaber gab es das Projekt „Tierwelt“ und die musikalischen Talente wurden in der BrassBand gefördert. Natürlich gab es auch geschichtliche und wissenschaftliche

In vielen Projekten konnten die Schüler ihre kreative Ader ausleben wie hier beim Nachbau des Globe Theatres im Projekt „Shakespereans”

Projekte für interessierte Schüler und mit Projekten wie „Zeichnen – (K)eine Kunst für sich“ wurde der Fachbereich Kunst abgedeckt. Insgesamt wurden 28 Projekte durchgeführt, von denen 11 von Schülern geleitet wurden, was eine beachtliche Anzahl ist. Bis auf die siebten Klassen, die wie jedes Jahr eine Klassenfahrt zum Kennenlernen nach Lübeck unternahmen, war jeder Schüler in eines der Projekte involviert.

Die Projektwoche, die mittlerweile Tradition ist und an die sich auch noch ehemalige Schüler erinnern, die schon vor langer Zeit die Schule beendet haben, verlief in diesem Jahr anders als in den Jahren zuvor, denn zwischen den fünf Tagen lag das Wochenende. Sie begann am Donnerstag mit der Begrüßung von Frau Wulf im Haus 2 und Herrn Giske im Haus 1, woraufhin die einzelnen Gruppen mit ihren Projekten beginnen konnten. Die meisten Projekte blieben die Woche über im Schulgebäude. Es gab aber auch Projekte wie „H2O-Plötzlich Leistungsschwimmer“, das zum Trainieren in die Schwimmhalle ging und Projekte, die Ausflüge unternahmen wie zum Beispiel das Projekt „Wissenschaftliches Arbeiten“, das am Dienstag die Technische Hochschule in Wildau besuchte. Wie lange der Schultag dauerte, hing von der Projektgruppe ab und auch die Pausenzeiten wurden individuell geregelt. Am Freitag trafen sich noch einmal alle Gruppen, bevor die Woche durch das Wochenende geteilt wurde. In vereinzelten Fällen trafen sich auch Gruppen außerhalb der Schulzeit am Wochenende und einige Schüler bereiteten sich auf den kommenden Montag vor, um dort dann sofort in die Arbeit starten zu können. Die restliche Projektwoche ging dann von Montag bis Mittwoch, sodass die Gruppen ihre Projekte beenden und sich dann auf den Präsentationstag, der den Abschluss der Projektwoche darstellt, vorbereiten konnten. Die Projektwoche ist immer sehr beliebt bei Schülern, da alles etwas entspannter abläuft als im Schulalltag und da man, wenn man sich vernünftig beworben hat, nicht gezwungen wird, sich über ein Thema zu informieren, das einen gar nicht interessiert, wie es im Unterricht manchmal der Fall ist. Außerdem kann man in der Woche klassenübergreifende Kontakte schließen, da es durchaus vorkommen kann, dass ein Acht- und ein Zwölftklässler, die sonst nie etwas miteinander zu tun hatten, in einen Projekt sind. Auch für die Lehrkräfte bringt die Projektwoche viele Vorteile, da die Schüler meistens besser mitarbeiten als im Unterricht und da die Lehrer die Chance haben, Themen zu behandeln, die in den Lehrplänen zu kurz gekommen sind.

Das Endergebnis der Projektgruppe „Graffiti trifft MCG”

Die meisten Schüler wählten Projekte, die zu ihren Stärken und Interessen passten, doch es gab auch Schüler die sich für Projekte bewarben, die ihnen halfen, ihre Schwächen zu beheben und die sie auf kommende Herausforderungen vorbereiteten. Ein gutes Beispiel dafür ist das Projekt „Wissenschaftliches Arbeiten“ unter der Leitung von Frau Palloks und Frau Cohn. Wie jedes Jahr müssen die Schüler der neunten Klassen ihre erste Facharbeit zu einem selbst ausgewählten Thema schreiben und 13 der 17 Teilnehmer an diesem Projekt waren Neuntklässler, die das Angebot annahmen, sich in der Projektwoche mit Methoden zu beschäftigen, die ihnen beim Verfassen ihrer Facharbeit helfen sollen. Die Projektwoche hinterließ auch Spuren für die Nachwelt. Erwähnenswert ist im diesem Fall das Projekt „Graffiti trifft MCG “, das die Mauer am Haus 1 künstlerisch neu gestaltete und so das Gymnasium ein Stück schöner machte. In der Projektwoche 2019 wurde besonderen Wert darauf gelegt, dass die Schüler eigenständig an ihren Ideen arbeiteten, ohne dass sich die Projektleiter groß in die Arbeit der Schüler einmischten, außer sie waren um Hilfe gebeten worden, wie die stellvertretende Schulleiterin Frau Wulf schon in ihrer kurzen Eröffnungsrede betonte. Außerdem sollte die Teamarbeit in den Projekten stark gefördert werden. Dieses Jahr lebte die die Projektwoche wieder einmal von dem Engagement und der Kreativität der Projektleiter, die es jedes Jahr schaffen, sich neue Projekte auszudenken und die Schüler so nicht langweilen. Außerdem wäre die Projektwoche und vor allem der Präsentationstag nicht ohne die Gruppe „Organisation des Präsentationstages“ möglich, die erneut hinter den Kulissen dafür sorgte, dass alles für den Abschluss der Projektwoche, den Präsentationstag am 16.11.2019 bereit ist.

Von Hermine Schütz, Klasse 9.1