Graffiti trifft Marie-Curie-Gymnasium - Projektwoche 2019

In diesem Jahr verschönern wir die Außenwirkung unserer Schulhofmauer am Park, dachten wir uns während der Planung der PROWO, denn der Klara-Zetkin-Park wird umgestaltet. Und so möchten auch wir eine attraktive Ansicht des Schulgeländes von der Parkseite aus ermöglichen.
Die alte Mauergestaltung war in die Jahre gekommen und unansehnlich geworden – und die Mauer zur Kita hin wurde mehrfach wild besprüht. Aus dem Buchverkauf „Erlebe Wittenberge“ von 2015 sind noch abschließend Gelder auf das Fördervereinskonto eingegangen und so lag es nahe, ein Kunstprojekt auf dem Schulgelände anzuschieben, denn sonst sind wir ja meist für andere Einrichtungen tätig geworden. Der Schulträger nahm die Idee sehr gerne auf, bereitete rechtzeitig die Flächen auf und versah diese mit einer passenden Grundierung.
Die 19 Mädchen und Jungen der Jahrgänge 10-12 trafen sich überaus motiviert zum Beginn der Arbeitswoche und hätten am liebsten sofort losgesprayt. Doch die Vielzahl der unterschiedlichen Handschriften und Fähigkeiten setzte ein planvolles Herangehen voraus, was die Erfahrungen mit Sprühdosen und Graffiti in den letzten Jahren deutlich machten. So kamen die Schüler dem Vorschlag von Kunstlehrerin Kathrin Lockenvitz bereitwillig nach, sich auf die Schablonentechnik einzulassen und die Fläche ähnlich wie im vergangenen Schuljahr in der verlängerten Bahnstraße zu gestalten – auch wegen des Wiedererkennungswertes. Die Farben passten wir den Schulfarben an: rötliche und grünliche Nuancen gepaart mit sandigen Erdtönen, wie sie hier im märkischen Boden anzutreffen sind. Das Ergebnis sollte warm, einladend und jahreszeitlich unabhängig wirken. Freier konnte dann an der Wand zur Kita gearbeitet werden, aber auch so, dass ein verbindendes Element die verschiedenen Handschriften vereint.
Das Wetter spielte leider überhaupt nicht mit. Immer wieder Regen, der die Wände durchnässte und das Sprayen unmöglich machte. Zweieinhalb Tage sind deshalb zunächst Motive diskutiert, Schablonen entworfen und geschnitten worden: Schriftzüge, Wittenberger Wahrzeichen, Menschen in Bewegung, Tiere, Bäume. In den wenigen Regenpausen nutzten die Teilnehmer die Chance, ihre Fähigkeiten mit den Sprühdosen an Holztafeln zu verbessern, denn das ist doch wesentlich schwieriger, als es aussieht. Unsere PROWO war wegen des wochenmittigen Ferienbeginns durch das Wochenende zweigeteilt. Ausgerechnet am Samstag sollte es dann trocken sein! Und kurzerhand entschied sich die Gruppe, am Samstag zu arbeiten. Endlich an die Wand! Zumindest die Fläche zur Parkseite konnte sich danach schon wirklich sehen lassen, doch fertig waren wir noch lange nicht! Die weiteren eigentlich geplanten Wochentage fielen erneut ins Wasser, was schon recht stark an der Motivation zerrte. Wir wurden Meister im Schablonenfertigen! Vor allem die Schriftzüge waren sehr aufwändig.
Doch am letzten Projekttag hatte Petrus dann endlich Mitleid und wir arbeiteten bis weit nach offiziellem Schluss, weil es nun auch Spaß machte und wir die Früchte unserer Vorbereitung sehen konnten. Vorbeigehende freuten sich, lobten und ermutigten uns. Der recht raue Putz erschwerte präzises Arbeiten, doch entscheidend ist die Fernwirkung. Und manch eine Schablone wird nach und nach noch im Unterricht gesetzt – diese Technik ermöglicht eine spätere Ergänzung. Die freie Gestaltung der zweiten Wand orientierte sich an einem bewegten grünen Streifen entlang der gesamten Fläche, der das „Grüne Band Deutschland“ charakterisiert, den ehemaligen Grenzstreifen, Symbol von Freiheit, Einheit und Demokratie. Hier konnten die jungen Graffiti-Künstler auch die für sie so wichtigen Statements sprühen, die Schablonen erneut aufgreifen und ihre eigenen Initialen an die Wand bringen. Auch das gelegentliche Scheitern gehörte dazu, sowie das In-Der-Gruppe-Diskutieren, Ausbessern, Neudenken, Umgestalten.
Beinahe 60 Meter Wandlänge sind nun gestaltet worden und stolz blicken wir auf das Ergebnis.
Graffiti-Projektgruppe 2019

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