Eine schöne Bank am Elbufer – MCG trifft Mosaik und Graffiti

Und wieder hatte das Fach Kunst ein außergewöhnliches Projekt: Im Auftrag der Stadt Wittenberge gestalteten wir in Zusammenarbeit mit dem Rotary-Club Perleberg und den Wirtschaftsjunioren Prignitz eine laaaaange Sitzbank auf einem Rastplatz am Elbufer hinter dem Nedwighafen. Die Bank steht an der Stelle, wo es früher eine Elbbadeanstalt gegeben hat, und der Rastplatz soll darauf hinweisen, weshalb die Motive an das Wasser gebunden waren.

Bereits im Dezember des Vorjahres kamen die Initiatoren auf Kunstlehrerin Frau Lockenvitz zu und wünschten sich einen Entwurf. Geplant waren zwei geschwungene Fische, die aus Beton gegossen und dann mit Mosaik gestaltet werden sollten. Im Kunstunterricht fertigten Schüler fast aller Jahrgangsstufen – immer wenn Zeit war – Mosaikscherbchen aus Ton, die nach dem Schrühbrand noch glasiert und erneut gebrannt wurden. Erst im August wurde in einem letzten Planungsgespräch mit den Partnern dann klar, dass es mit den Formgüssen in Fischform bis zur Projektwoche leider nichts werden würde. Stattdessen bemühten sich dann alle um eine Variante – und es gelang. Doch die Sitzbank wurde um einiges länger als geplant: 36 Meter aus groben Betonquadern – was für eine Herausforderung für uns!

Frau Lockenvitz entschied gemeinsam mit den Projektpartnern und Geldgebern, dass es nur einen Mosaikstreifen geben wird und ansonsten mit Fassadenfarbe und Graffiti kombiniert wird. Und so machten sich dann 14 Mädchen und 3 Jungs am kalten 4. Oktober motiviert ans Werk und schliffen zunächst Kanten ab, strichen Haftgrund auf die Quader und begannen die blaue Fassadenfarbe aufzubringen. Der Dienstag verbannte uns mit Dauerregen in den Tonkeller des Hauses 1 zum Schneiden der Graffiti-Schablonen und Tags (Namensschablonen) und zur Fertigung weiterer Tonscherbchen.

Mittwoch hatte Petrus wieder ein mitfühlendes Herz: Es blieb trocken und wurde sogar sonnig! Wir strichen die Farbe weiter und begannen bereits mit den ersten Mosaiken, die frei gelegt werden konnten und sich in einem bewegten Band, dem Flusslauf nachempfunden, die Quader entlang-schlängeln sollten. Auch einige maritime Reliefs, die im Kunstunterricht der Jahrgangsstufe 8 entstanden waren, wurden eingefügt. Es gab viel zu lernen und anzuwenden: Gebrauchsanweisungen lesen, Materialkunde, Handwerkstechniken, Phantasie, Kreativität, Sorgfalt, Eigenmotivation, Umsicht, Teamarbeit, Arbeitsplatzordnung. Die vielen Rad- und Wohnmobiltouristen und Wittenberger, die den Elbdeich entlang spazierten, sparten nicht mit Lob und waren stets neugierig. Donnerstag und Freitag wurden dann die Mosaike fertiggestellt, die Fugenmasse aufgebracht, die Graffiti-Motive gesprüht und Scherbchen geputzt.

Die Größe der Fläche zwang uns zu sehr vielen Überstunden, doch wir hatten den schönsten Arbeitsplatz überhaupt, waren den ganzen Tag an der frischen Luft ohne Maske und konnten den Zugvögeln zuhören und zusehen, wie sie sich abflugbereit machten. Auch wenn es morgens sehr kalt war – gegen Mittag waren Jacken kaum noch nötig und sogar das Eis schmeckte, welches uns hin und wieder spendiert wurde. Am Freitag besuchte uns sogar Bürgermeister Dr. Oliver Hermann mit einigen Mitarbeitern der Stadt und gab uns Pizza aus. Unser Tun wurde sehr wertgeschätzt! Am Samstag und Montag – in den Ferien – wurden die letzten Nacharbeiten mit einigen Mitgliedern des Teams und anderen Freiwilligen erledigt, damit die Bank tatsächlich fertig wurde. Vielen herzlichen Dank an alle Projektteilnehmer und Unterstützer! Es hat großen Spaß gemacht!

Nun werden in naher Zukunft seitens der Stadt noch die Sitzbeplankung und Tischplatten aufgebracht und eine Schautafel, die auf den Standort der ehemaligen Elbbadeanstalt hinweist.

Kathrin Lockenvitz – Projektleiterin

(meine Schülerinnen und Schüler hatten mit der Gestaltung der Quader alle Hände voll zu tun, so dass sie selbst den Artikel nicht verfassen konnten)

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